27. Januar 2026 von Daniel Kuhagen
Wie München mit kluger Politik Mieten stabilisieren kann: mehr bauen statt teuer zurückkaufen
Alle wissen: Die Stadt wächst. Immer mehr Menschen wollen hier leben und arbeiten. Doch der Wohnungsbau hält seit Jahren nicht Schritt. Die Folge: steigende Mieten, weniger Angebot und immer größere Konkurrenz um jede freie Wohnung.
Die eigentliche Lösung ist seit Jahrzehnten bekannt:
Wenn Wohnraum knapp ist, muss man mehr bauen.
Stattdessen leistet sich München zunehmend eine Wohnungspolitik, die sehr viel Geld kostet – aber kaum neue Wohnungen schafft.
Wenn die Stadt Häuser kauft – aber keine neuen entstehen
Ein besonders anschauliches Beispiel ist der Ankauf des Hohenzollernkarrees. Die Stadt investiert hier enorme Summen, um bereits bestehende Gebäude zu übernehmen.
Das Problem:
Nach dem Kauf stehen dort exakt genauso viele Wohnungen wie vorher. Die Stadt besitzt sie nun zwar – aber der Münchner Wohnungsmarkt hat keine einzige zusätzliche Wohnung gewonnen.
„Wer bestehende Wohnungen kauft, schafft noch keinen neuen Wohnraum – sondern nur neue Schulden.“
Und genau diese Schulden wachsen in München inzwischen rasant. Die Verschuldung der Stadt steigt, während gleichzeitig Geld fehlt, um neue Quartiere zu entwickeln, Infrastruktur auszubauen oder Genehmigungen zu beschleunigen.
Kurz gesagt: München gibt immer mehr Geld aus – und baut gleichzeitig zu wenig.
Gut gemeint ist nicht gut gebaut
Ähnlich problematisch ist der Mietenstopp bei der Münchner Wohnen, der städtischen Wohnungsbaugesellschaft.
Auf den ersten Blick klingt das attraktiv: Mieten bleiben stabil. Doch auf den zweiten Blick entsteht ein Zielkonflikt.
Denn diese Gesellschaft soll eigentlich genau das tun, was München dringend braucht: neue Wohnungen bauen.
Wenn jedoch Einnahmen künstlich begrenzt werden, fehlen Mittel für:
- Neubauprojekte
- Sanierungen
- langfristige Investitionen
Die Folge ist paradox:
Eine Maßnahme, die Mietern helfen soll, kann langfristig dazu führen, dass weniger Wohnungen entstehen.
„Wenn eine Wohnungsbaugesellschaft nicht mehr bauen oder gar den Bestand sanieren kann, hilft das am Ende niemandem – es steigert nur die Wohnungsnot.“
Was mit dem gleichen Geld möglich wäre
Die entscheidende Frage lautet deshalb: Was könnte München mit den gleichen Milliarden erreichen, wenn sie in Neubau statt in Ankäufe fließen würden?
Die Stadt kennt die Antwort eigentlich selbst – man muss nur auf erfolgreiche Projekte schauen.
Paul-Gerhardt-Allee in Pasing
Hier entsteht ein neues Wohnquartier mit vielen Wohnungen für tausende Menschen, moderner Infrastruktur und Grünflächen. Solche Projekte zeigen, wie aus einer Fläche Wohnraum für tausende Menschen entstehen kann.
Freiham
Der neue Stadtteil im Münchner Westen ist eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas. Hier entsteht Wohnraum für zehntausende Menschen – inklusive Schulen, Nahversorgung und Parks.
„Neue Quartiere schaffen Wohnraum für viele – nicht nur Sicherheit für einzelne Haushalte.“
München muss mutiger werden: Nachverdichtung und neue Ideen
Eine wachsende Stadt kann nicht ausschließlich in neue Gebiete expandieren. Deshalb wird ein zweiter Ansatz immer wichtiger: Nachverdichtung.
Aufstockungen, Neubauten auf bestehenden Grundstücken oder die bessere Nutzung bereits bebauter Flächen können tausende zusätzliche Wohnungen schaffen.
Auch innovative Konzepte aus dem FDP-Kommunalwahlprogramm gehören dazu. Ein Beispiel ist die Überbauung von Eisenbahntrassen. In vielen internationalen Metropolen entstehen über Bahnlinien neue Gebäude und Quartiere.
In München liegen solche Potenziale bisher oft brach.
Manchmal muss man auch höher bauen
In München wird über Gebäudehöhen oft emotional diskutiert. Doch bei aller Sympathie für das gewohnte Stadtbild gilt eine einfache Wahrheit:
Eine wachsende Stadt kann nicht gleichzeitig wachsen – und überall gleich niedrig bleiben.
An geeigneten Standorten, etwa an Verkehrsknotenpunkten oder großen Entwicklungsflächen, können Hochhäuser ein wichtiger Teil der Lösung sein. Die geplante Entwicklung rund um die Paketposthalle ist dafür ein Paradebeispiel.
„Wenn wir nicht in die Fläche wachsen können, müssen wir klug in die Höhe wachsen.“
Ohne Bauherren keine Wohnungen
Ein weiterer Punkt wird in der politischen Debatte oft übersehen: Wohnungen entstehen nicht durch Beschlüsse im Stadtrat allein.
Sie entstehen, wenn Bauherren bereit sind zu investieren.
Doch viele Projekte werden derzeit verschoben oder ganz aufgegeben. Gründe sind unter anderem:
- lange Genehmigungsverfahren
- steigende Baukosten
- immer komplexere Vorschriften
- unsichere politische Rahmenbedingungen
Wenn München wirklich mehr Wohnungen will, muss die Stadt wieder ein verlässlicher Partner für Bauherren und Investoren sein.
Denn ohne Investitionen – privat oder öffentlich – wird schlicht nicht gebaut.
Am Ende zählt nur das Ergebnis
Wohnungspolitik wird in München oft sehr ideologisch diskutiert. Doch für die Menschen in dieser Stadt zählt vor allem ein Ergebnis: bezahlbare Wohnungen.
Und dieses Ziel erreichen wir nur, wenn das Angebot wächst.
Mehr Wohnungen bedeuten:
- weniger Konkurrenz um Wohnraum
- stabilere Mieten
- mehr Chancen für Familien, junge Menschen und Fachkräfte
München braucht deshalb einen klaren Kurs:
Mehr bauen. Schneller bauen. Mutiger bauen.
Damit unsere Stadt auch in Zukunft ein Ort bleibt, an dem Menschen nicht nur arbeiten können – sondern auch wohnen.
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