20. Januar 2026 von Daniel Kuhagen
Sicherheit im Stadtteil – konkret verbessern statt abstrakt diskutieren
München gehört statistisch zu den sichersten Großstädten Deutschlands. Das ist eine gute Nachricht. Gleichzeitig höre ich in Gesprächen im Viertel immer wieder, dass sich Menschen an bestimmten Orten unwohl fühlen – etwa am Bahnhof, auf dunkleren Wegen oder in Parks am Abend.
Das zeigt: Sicherheit ist nicht nur eine Frage der Kriminalitätsstatistik. Entscheidend ist auch, ob sich Menschen im Alltag tatsächlich sicher fühlen – auf dem Heimweg vom Bahnhof, im Stadtpark oder auf dem Schulweg der Kinder.
Kommunalpolitik kann hier sehr konkret ansetzen.
Öffentliche Räume müssen für alle funktionieren
Bahnhöfe, Parks und Plätze sind zentrale Orte des städtischen Lebens. Sie werden von Familien, Jugendlichen, Pendlern und älteren Menschen gleichermaßen genutzt.
Wenn einzelne Gruppen oder wiederkehrende Störungen dazu führen, dass sich andere Menschen dort nicht mehr wohlfühlen, verliert der öffentliche Raum einen Teil seiner Funktion.
Deshalb setzt das FDP-Kommunalwahlprogramm auf eine Kombination aus Prävention, Präsenz und pragmatischen Maßnahmen im öffentlichen Raum.
„Die Münchnerinnen und Münchner sollen sich in ihrer Stadt Tag und Nacht sicher bewegen können. Präventive Maßnahmen und eine starke, bürgernahe Polizei tragen entscheidend zum hohen Sicherheitsgefühl in allen Stadtvierteln bei.“
Dabei gilt für uns ein klarer Grundsatz: Sicherheit darf Freiheit nicht unnötig einschränken.
„Wir fordern mehr sichtbare Polizeipräsenz an Kriminalitätsschwerpunkten und lehnen gleichzeitig Massenüberwachung durch Technologien wie die Gesichtserkennung entschieden ab.“
Beispiel Pasinger Bahnhof
Ein konkretes Beispiel ist der Pasinger Bahnhof, einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte im Münchner Westen. Die hohe Personenfrequenz und die komplexe räumliche Struktur führen dort regelmäßig zu Nutzungskonflikten und Ordnungsstörungen.
Das Ziel muss sein, die Aufenthaltsqualität des Bahnhofs zu stärken, ohne den offenen Charakter des öffentlichen Raums einzuschränken.
Ein mögliches Maßnahmenpaket umfasst mehrere Bausteine.
1. Mehr sichtbare Präsenz.
Der Kommunale Außendienst sollte zu festen Zeiten, insbesondere am Nachmittag und Abend, am Bahnhof präsent sein. Ergänzend sind gemeinsame Streifen von KAD, Polizei und DB-Sicherheit sinnvoll, um schneller auf Störungen reagieren zu können.
2. Prävention bei Jugendlichen.
Viele Konflikte entstehen aus gruppendynamischen Situationen. Eine engere Zusammenarbeit mit Streetwork-Angeboten sowie gezielte Präventionsprogramme können helfen, Konflikte frühzeitig zu entschärfen.
3. Bessere Gestaltung des öffentlichen Raums.
Städtebauliche Maßnahmen können einen wichtigen Beitrag leisten. Dazu gehören bessere Beleuchtung, klarere Sichtachsen sowie die schnelle Reparatur beschädigter Infrastruktur. Solche Maßnahmen reduzieren sogenannte „kriminogene Räume“ und erhöhen die wahrgenommene Sicherheit.
Diese Ansätze folgen einem einfachen Prinzip: Prävention durch Präsenz und Gestaltung, statt allein auf repressive Maßnahmen zu setzen.
Sicherheit entsteht vor Ort
Viele Verbesserungen im Sicherheitsgefühl entstehen nicht durch große Gesetzesänderungen, sondern durch konkrete Maßnahmen im Quartier.
Gerade auf kommunaler Ebene – etwa im Stadtrat oder im Bezirksausschuss – lassen sich Probleme früh identifizieren und Lösungen anstoßen: bessere Beleuchtung auf Wegen, klare Zuständigkeiten bei Störungen oder eine bessere Abstimmung zwischen Polizei, Stadt und privaten Sicherheitsdiensten.
Mein Ziel ist deshalb, Sicherheit im Viertel nicht abstrakt zu diskutieren, sondern konkret zu verbessern.
Damit Kinder sicher zur Schule gehen können.
Damit man abends entspannt vom Bahnhof nach Hause kommt.
Und damit Parks und öffentliche Plätze Orte bleiben, die von allen Menschen gerne genutzt werden.
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